Kleine Arbeitsstudie des Porzellanpuppenmachens !
"Porzellan, Das Weiße Gold"
Früher nur den Zaren, Königen und Reichen zugänglich.
Wenn man über die Geschichte des Porzellan´s liest wird einem erst
bewußt welches Wunderwerk man heute in einem Kanister Porzellan
und einem Brennofen besitzt.
In den Anfängen brannte man 20 Porzellanteile und nur 2 Teile kamen
heil aus dem Ofen, alles andere war zerbrochen,
weil man nicht wußte wie lange das Porzellan
trocknen mußte bis man es brennen konnte.
Die Kunst der Porzellanherstellung wurde im alten China entwickelt.
Die ersten Porzellangefäße kamen im 15. Jahrhundert aus dem Fernen Osten nach Europa.
Porzellan war unendlich wertvoll, es galt als 'weißes Gold' und man versuchte mit allen Mitteln,
das Geheimnis seiner Herstellung zu enträtseln.
Erst Anfang des 18. Jahrhunderts fand man schließlich heraus,
dass es aus einer Mischung aus Kaolinerde, Quarz und Feldspat bestand.
Dies war die Geburtsstunde der großen europäischen Manufakturen, wie Meißen.
 
 
Das Gießes
 
 
Einige Gießformen
 
Die flüssige Porzellanmasse wird, bevor sie in eine Gipsform gegossen wird,
durch einen Strumpf gesiebten, dadurch werden kleine Verschmutzungen entfernt,
dann sehr gut mit einem Kochlöffel gerührt und stehen gelassen damit alle Luftblasen
entweichen können.
Nach ca. 8 Min. hat sich in der Form eine Schicht gebildet, die ausreicht für den
Puppenkopf- Arme oder Beine und das überschüssige Porzellan kann somit wieder
zurückgegossen werden.
Nach ca. 2 Stunden ist die Porzellanmasse in der Form lederhart und kann vorsichtig
herausgenommen werden.
 
 
 
 
 
 
Jetzt muß dieForm 2 Tage austrocknen und ist dann, nach dieser Zeit, gipshart ( ein Rohling ).
Der Rohling
Nun beginnt das Versäubern, Bohren und Schleifen mit Skallpell,
Schwämmchen, Strumpf und Wattestäbchen, des Rohling´s.
Ich arbeite noch mit der Trockenschleiftechnik die wegen dem feinen Staub nicht gesund ist.
Mittlerweile gibt es die Nassschleiftechnik.
 
 
Augen und Mundöffnungen müssen freigelegt werden, Nahtkanten abgeschliffen werden.
Mit einem dicken Pinsel wird dann der letzte Porzellanstaub beseitigt
und der Rohling ist ofenfertig.
Das Brennen
 
Der Boden, des speziellen Brennofen´s, wird gut mit Quarzsand bestreut,
was ein gleichmäßiges Schrumpfen, ca. 15 %, der Rohlinge ermöglicht.
Danach brennt man die Rohlinge ca. 7 Stunden bei 1250 Grad ( Scharfbrand ).
Nach dem Scharfbrand sind die Köpfe, Arme und Beine porzellanhart
und werden einem weiteren Arbeitsgang unterzogen,
indem sie glatt und glänzend geschmiergelt werden. Dann beginnt das Bemalen.
 
 
Gebranntes Porzellan.
 
 
 
Das Bemalen
 
Je nach Puppenart und Typ fällt das Make- up stielgerecht,
ausgefallen oder phantasievoll aus.
Der eigenen Kreativität sin keine Grenzen gesetzt.
 
 
 
 
 
Zum Bemalen werden spezielle Porzellanfarben, Medien und Öle verwendet.
 
 
Hier nur einige spezielle Pinsel und Augenschleifkugeln in allen Größen.
 
 
 
Die schwierigste Aufgabe beim bemalen ist, einen sauberen Wimpernkranz,
mit ruhiger Hand und dünnstem Pinsel, hinzubekommen.
 
Auch ein gemaltes Auge verlangt eine geübte Hand um die Seele der Puppe so lebhaft wie
möglich zum Vorschein zu bringen.
Denn das Auge der Puppe ist ihre Seele und verleiht einer jeden Puppe das gewisse Etwas.
Brauen zeichnet man, je nach Typ, als Strich oder gefedert.
Lippen- Wangen- und Nasenrot folgen und der Kopf ist somit fertig für den Farbbrand.
Noch einen prüfenden Blick und ab in den Ofen.
Der Farbbrand
 
Nun wird das Puppen- Makeup, ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde bei 715 Grad eingebrannt.
Manche Puppentypen erfordern mehrere Farbbrände.
Für Porzellanfiguren ist der selbe Aufwand nötig.
Das Zusammensetzen
Nach dem letzten Farbbrannt beginnt das Zusammensetzen der Puppe.
Glas oder Kristallaugen werden im Kopf, mit speriellem Wachs, zentriert und eingegipst.
Je nach Typ, Zunge und Zähne eingesetzt.
 
 
Kopfhaken, Kopfdeckel und Perücke finden ihren vorgesehenen Platz
und der Kopf kann an den schon vorgefertigtem Körper befestigt werden.
 
 
Porzellankörper
 
Holzgliederkörper
 
 
Antike Körper aus Papiermaché
 
 
Perücken
Kleidung
Für die Kleidung der Puppe benötigt man wieder seine ganze Kreativität und Ideen können restlos ausgetobt werden.
Geschick ist natürlich auch erforderlich, wie auch kostbare Stoffe und Spitzen.
 
 
 
 
 
Die fertige Puppe